Goodbye HOECHST

Autorengespräch über den Niedergang der Hoechst AG

Die Veranstaltung wurde vom 29.03.2020 auf den 13.09.2020 verschoben. Bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit.
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Karl-Gerhard Seifert, ehemaliges Vorstandsmitglied der Hoechst AG, spricht mit hr1 Moderator Klaus Reichert über sein Buch Goodbye Hoechst – Von Könnern, Spielern und Scharlatanen.

 „Dieses Buch ist keine Abrechnung, eher ein Rechenschaftsbericht, vor allem aber eine Dokumentation  dessen,  wie  ein  Unternehmen  bis  zur  Selbstaufgabe  getrieben  werden  kann,  wenn seine Leitung nicht an langfristigen Zielen zum Wohle der Mitarbeiter und Aktionäre orientiert ist, sondern getrieben wird von Kräften des Kapitalmarktes.“ – Karl-Gerhard Seifert, Goodbye Hoechst, S. 572
 
Hoechst  –  der  Chemiegigant  aus  dem  gleichnamigen Stadtteil  im  Westen  Frankfurts  gehörte  einst  zu  den Flaggschiffen  der  Großchemie  in  Deutschland.  Die Rotfabriker,  wie  sie  im  Volksmund  genannt  wurden, waren  Anfang  der  1980er  Jahre  auch  das  größte Pharmaunternehmen der Welt – ehe ab etwa Mitte der 1990er  Jahre  ein  durch  unübersehbare  Managementfehler bedingter Niedergang einsetzte, der letztlich zur Zerschlagung des früheren Weltkonzerns führte.
 
Karl-Gerhard  Seifert,  von  1988  bis  1997  selbst  Mitglied  im  Vorstand  der  Hoechst  AG,  blickt  in  seinen Erinnerungen  „Goodbye  Hoechst“  auf  die  Vorgänge zurück,  die  maßgeblich  waren  für  die  Fusion  mit Rhône-Poulenc  zu  Aventis.  Viele  Geschehnisse  erschienen  ihm  so  unglaublich,  dass  er  ab  dem  Jahr 2000  begann,  das  Erlebte  aufzuschreiben.  Seine Protokolle,  Dokumente  und  Aufzeichnungen  der Gespräche mit Kollegen aus Vorstand und Aufsichtsrat beginnen aber viel früher und bilden die Grundlage für dieses Buch, das ein wesentliches Kapitel der jüngeren deutschen Industriegeschichte nachzeichnet.
 
Begleitet  von  zahlreichen  Abbildungen,  Dokumenten  und  Protokollen  liefert  „Goodbye Hoechst“ spannende und aufschlussreiche Details zum Niedergang der Hoechst AG. Der minutiöse Bericht des langjährigen Vorstandmitglieds Karl-Gerhard Seifert dürfte  auch Außenstehenden bzw. weniger mit der Chemieindustrie Vertrauten eine fesselnde Lektüre versprechen! „Goodbye Hoechst“ erscheint im Hardcover-Format (14,6 x 21,7 cm).
 
Karl-Gerhard Seifert begann seine berufliche Laufbahn 1973 bei der Hoechst AG, die ihn 1988  bis  in  den  Vorstand  führte.  Er  war  verantwortlich  für  die  Bereiche  Landwirtschaft, Pharma,  Kosmetik  und  Spezialchemikalien.  Er  unterstützte  die  von  dem  Vorstandsvorsitzenden Jürgen  Dormann ab 1996 verfolgte Strategie nicht, weil das für ihn das Ende der Hoechst AG bedeutete. Deshalb verließ er 1997 die Hoechst AG und übernahm die Leitung der Schweizer Chemiegesellschaft Clariant. Nach einer kurzen Zeit bei der Deutschen Bank erwarb er 2001 unter dem Namen AllessaChemie die ehemaligen Hoechst – Cassella Chemiewerke in Frankfurt-Fechenheim und Offenbach, um sie vor der Stilllegung zu bewahren. Er  verkaufte  diese  Aktivitäten  2013  und  ist  seit  dieser  Zeit  Geschäftsführer  der  Cassella GmbH.   
 
 

13.09.20 (So)

Beginn: 15 Uhr

Ort: Club

Tickets

Preis : 10,00€

Veranstalter

Jahrhunderthalle Frankfurt