Staatliches Russisches Ballett Moskau

Tanzt Schwanensee

Tschaikowskys „Schwanensee“ – eine märchenhafte Liebesgeschichte
Die märchenhafte „Schwanensee“-Geschichte von der verzauberten Prinzessin Odette mit der
Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky zählt zu den großen, zeitlosen Klassikern des Balletts.
Die Uraufführung 1877 im Moskauer Bolschoi-Theater war jedoch ein Reinfall, da das damalige Ensemble noch nicht das erforderliche Niveau für das Stück besaß. Denn der „Schwanensee“ erfordert einerseits tänzerische Höchstleistung, andererseits schauspielerisches Talent – und beides umgesetzt mit spielender Leichtigkeit. Der eigentliche und bis heute anhaltende Triumphzug begann erst 1895 mit einer Inszenierung, die sowohl tänzerisch als auch schauspielerisch überzeugte. Das Staatliche Russische Ballett unter Leitung von Wjatscheslaw Gordejew setzt auf jene traditionelle Aufführungspraxis mit seiner Reinheit der Linien und der Bilder sowie einer gewissen Formenstrenge – und gibt seinen Künstlern dennoch Raum, das Stück auch auf seine eigene und die Art seiner Generation zu interpretieren. „Was das Staatliche Russische Ballett Moskau den Menschen schenken will ist etwas weitgehend Verlorengegangenes“, erklärt Gordejew, „die befreiende Kraft der Poesie. Die Kraft des Märchens und der Träume! Das lyrische Element der Ballettkunst vereint das Zauber- mit dem Traumhaften.“

Die Geschichte erzählt von Prinz Siegfried, der am Vorabend seines 21. Geburtstages einen Schwarm wilder Schwäne beobachtet und sich entschließt auf die Jagd zu gehen. Kurz zuvor ermahnte ihn die Mutter, sich am morgigen Tage auf dem eigens dafür veranstalteten Ball eine Gemahlin zu erwählen. Als der Prinz zum Schuss ansetzt, wirft sich ihm der anmutigste der Schwäne in den Weg und verwandelt sich vor dessen Augen in eine wunderschöne Frau. Es ist Odette, die Königin der Schwäne. Sie wurde von dem Zauberer Rotbart verwunschen und könne nur durch den Schwur ewiger Treue und ehrlicher Liebe befreit werden. Der Prinz verspricht diesen Schwur zu leisten und Odette morgen seiner Mutter als seine Auserwählte vorzustellen. Doch Rotbart hat das Paar belauscht. Er verhindert das Auftauchen von Odette auf dem Ball und schleust stattdessen seine Tochter Odile in Gestalt der (nun schwarzgekleideten) Schwanenkönigin auf den Ball ein. Mit grazilen, verführerischen Bewegungen versucht sie, den Prinzen zu täuschen und zu verführen. Die Täuschung gelingt. Als Rotbart den Betrug enthüllt, eilt der von Entsetzen gepackte Siegfried zum See. Dort trifft er im letzten Akt auf die echte Odette und auf den ihm nachgeeilten Zauberer Rotbart. Ein finaler Kampf um die wahre Liebe beginnt.